Allgemeine Grundlagen zum Thema ETF

Mit ETFs breit gestreut in börsennotierte Firmen investieren

Im Internet gibt es bereits viele Webseiten, welche die Grundlagen der Geldanlage mittels ETFs sehr anschaulich erklären. Nachfolgend habe ich euch daher eine Übersicht über diese Webseiten bzw. die entsprechenden YouTube-Videos zusammengestellt. Weiterhin findet ihr weiter unten einen Vergleichsrecher, um den für euch geeignetsten Depot-Anbieter zu ermitteln – und ein Depot benötigt man nun einmal, um ETFs und Aktien kaufen und verwalten zu können.

Auf meiner Webseite möchte ich mich gerne auf die nachhaltigen & die für die Umwelt relevanten ETFs fokussieren und setze daher bereits ein prinzipielles Verständnis von ETFs voraus.

Wem also Begriffe wie „MSCI World“ noch gar nichts sagen, der sollte sich auf alle Fälle einmal in Ruhe auf den unten verlinkten Seiten umschauen!

Die „Fortgeschrittenen“ unter euch können direkt zu den nachhaltigen ETFs oder den Themen-ETFs springen!

Übersichten zum Thema ETF Grundlagen

Auf den nachfolgend vorgestellten Internetseiten gibt es sehr gut beschriebene Informationen rund um das Thema ETFs: egal ob man lieber Videos schaut oder Texte liest – für jeden ist etwas dabei!

Finanztip

Finanzfluss

justETF

extraETF

Rendite eines ETFs

Laut Finanztip hätte man mit einem Investment in den MSCI World seit 1975 eine durchschnittliche jährliche Rendite von >7% erwirtschaftet. (Quelle: YouTube-Video von Finanztip)

Finanzfluss hat die durchschnittliche jährliche Rendite eines Investments in den MSCI World bei 40 Jahren Haltedauer (1969 – 2018) berechnet und kommt hier auf 6% bis 8%. (Quelle: Finanzfluss)

Laut einer Berechnung von justETF hätte man bei einer Geldanlage vor 20 Jahren auf den ETF „MSCI World“ eine durchschnittliche jährliche Rendite von 5% erzielt (Quelle: justETF)

Gemäß extraETF lassen sich mit der „Buy and Hold“-Strategie Renditen von rund 6% pro Jahr erzielen (Quelle: extraETF)

Auf der Seite der nachhaltigen ETFs habe ich die vielen verschiedenen nachhaltigen Alternativen zum MSCI World vorgestellt und analysiert. Grundlage dieser ETFs ist dabei in der Regel der Mutter-Index, also beispielsweise der MSCI World für die Industrieländer. Anschließend werden Neugewichtungen (z.B. anhand der CO2-Emissionen) oder Ausschlüsse (z.B. bei Geschäften mit kontroversen Waffen) vorgenommen. Gemessen an der Rendite müssen sich die nachhaltigen ETFs nicht vor ihren „Müttern“ verstecken – im Gegenteil: viele Studien kommen sogar zu dem Ergebnis, dass umweltbewusste und ethisch korrekte Unternehmen tendenziell stabiler sind und eine bessere Performance aufweisen:

„Verzichtet man bei nachhaltigen ETFs eigentlich auf Rendite?“ – Artikel vom 11.06.2020 von ETF Nachrichten: „Die Frage, ob sich Nachhaltigkeit mit Rendite vereinbaren lässt, war bereits das Thema von rund 2000 unterschiedlichen Studien. In 90 Prozent der Fälle stellte sich heraus, dass Unternehmen, welche ein besonders hohes ESG-Rating besaßen, auch am Markt besser abschnitten.“

Verschiedene Übersichten zum Thema ETF für Anfänger
Auf den nachfolgend vorgestellten Internetseiten gibt es sehr gut beschriebene Informationen rund um das Thema ETFs: egal ob man lieber Videos schaut oder Texte liest – für jeden ist etwas dabei!

Finanztip

Finanzfluss

justETF

  • Text: JustETF-Academy von justETF
  • Video: „ETFs für Anfänger – das Online-Seminar“: YouTube-Video vom 05.01.2021 von Jan Altmann von justETF (ca. 55 min).
  • Rendite: Laut einer Berechnung von justETF hätte man bei einer Geldanlage vor 20 Jahren auf den ETF „MSCI World“ eine durchschnittliche jährliche Rendite von 5% erzielt (Quelle: justETF)

extraETF

Auf der Seite der nachhaltigen ETFs habe ich die vielen verschiedenen nachhaltigen Alternativen zum MSCI World vorgestellt und analysiert. Grundlage dieser ETFs ist dabei in der Regel der Mutter-Index, also beispielsweise der MSCI World für die Industrieländer. Anschließend werden Neugewichtungen (z.B. anhand der CO2-Emissionen) oder Ausschlüsse (z.B. bei Geschäften mit kontroversen Waffen) vorgenommen. Gemessen an der Rendite müssen sich die nachhaltigen ETFs nicht vor ihren „Müttern“ verstecken – im Gegenteil: viele Studien kommen sogar zu dem Ergebnis, dass umweltbewusste und ethisch korrekte Unternehmen tendentiell stabiler sind und eine bessere Performance aufweisen:

„Verzichtet man bei nachhaltigen ETFs eigentlich auf Rendite?“ – Artikel vom 11.06.2020 von ETF Nachrichten: „Die Frage, ob sich Nachhaltigkeit mit Rendite vereinbaren lässt, war bereits das Thema von rund 2000 unterschiedlichen Studien. In 90 Prozent der Fälle stellte sich heraus, dass Unternehmen, welche ein besonders hohes ESG-Rating besaßen, auch am Markt besser abschnitten.“

Depot

Voraussetzung für den Kauf von Aktien und ETFs oder auch Anleihen ist ein Depot; das ist quasi so etwas wie ein Bankkonto. Nachfolgend stelle ich euch die aktuell besten Angebote anhand des Vergleichsrechners von financeAds vor. (Dieser Vergleichsrechner ersetzt allerdings nicht die individuelle Beschäftigung mit den Konditionen des entsprechenden Brokers, bevor man sich final für ein Depot entscheidet!)

FAQs

Nachfolgend habe ich einige Punkte zum Thema ETFs zusammengetragen. Ich möchte hierbei jedoch betonen, dass dies keinerlei Beratung darstellt und ich kein Experte auf diesem Gebiet bin, sondern nur interessierter Laie (der allerdings auch schon in ein paar spannende ETFs investiert hat).

Wichtige Begriffe bei ETFs

Die Total Expense Ratio oder Gesamtkostenquote bezeichnet die generellen Kosten dieses ETFs. Bei recht einfach zu generierenden ETFs liegt diese Zahl in der Regel unter 0,30%. Bei Themen-ETFs ist der Aufwand schon etwas höher, so dass man hier mit Gesamtkostenquoten von ca. 0,30 – 0,70% rechnen kann. Aktive Fonds haben in der Regel eine TER von 1,0 – 2,0%. Wenn der ETF also ca. 6% Gewinn im Jahr macht, dann muss man die TER und in jedem Fall die Steuern entsprechend abziehen, um zu seinem eigentlichen Gewinn zu kommen.

Der MSCI World beinhaltet ca. 1.655 Firmen. Das ist schon eine ganze Menge. Wenn der ETF-Anbieter nun Aktien von allen diesen Firmen kaufen will, dann hat er ganz schön viel zu tun. Wenn also in einem ETF sehr viele Firmen enthalten sind, dann machen es manche Anbieter so, dass sie nur ca. 90% der Aktien aller Firmen wirklich kaufen und die restlichen 10% der Firmen mit anderen Mitteln nachbilden. So eine Methode nennt man dann optimiertes Sampling. Und eigentlich ist das auch ganz ok, denn uns interessiert ja am Ende hauptsächlich, dass die Performance analog zu dem des Index ist und der Anbieter so wenig Aufwand wie möglich hat, damit er die Gebühren auch entsprechend niedrig halten kann. Manche Anbieter bilden die ETFs über sogenannte „Swaps“ nach. Vereinfacht gesagt sind das Tauschgeschäfte bei den Banken nach dem Motto: ich tausche eine Microsoft gegen eine Alibaba. Diese Replikationsmethode ist teilweise etwas in die Kritik geraten, weil man am Ende überhaupt nicht mehr die Aktien im ETF hat, die man dort erwartet hätte, sondern in einem ETF der USA beispielsweise seltsame chinesische Firmen vorkommen. Bei den nachhaltigen ETFs und den Themen-ETFs wird diese swap-basierte Replikation normalerweise nicht angewendet, denn da kommt es ja wirklich auf die dahinterliegenden Firmen an. Bei so großen Welt-ETFs ist das am Ende jedoch nicht so schlimm und führt oft zu niedrigeren Gebühren. Am Ende muss man sich also entscheiden, ob man eine swap-basierte Replikationsmethode möchte oder eine vollständige Replikation oder etwas dazwischen.

Ausschüttend oder thesaurierend? Die ETFs bestehen letztendlich ja aus den darin enthaltenen Aktien. Und bei Aktien ist es so, dass die Aktionäre regelmäßig in Form von Dividenden an dem Erfolg des Unternehmens beteiligt werden. Ganz grob gesagt ist das so etwas wie Zinsen. Nun stellt sich die Frage, was mit diesem Dividenden-Geld geschehen soll – soll es direkt wieder in den ETF angelegt („thesaurierend“) oder regelmäßig ausgezahlt („ausgeschüttet“) werden? Möchte man wie beim Zinseszins-Effekt das Geld gleich wieder anlegen, sollte man sich für thesaurierende ETF entscheiden, um das angelegte Kapital zu vermehren. Beim ausschüttenden ETF profitiert man von einem regelmäßigen Zuverdienst. Wenn man beispielsweise 10.000 Euro in einem ETF angelegt hat und die durchschnittliche Dividende der darin enthaltenen Firmen ca. 1,5% beträgt, sprechen wir hier von einem jährlichen Betrag von ca. 150 Euro (abzüglich der Abgeltungssteuer). Im Englischen heißt ausschüttend übrigens distributive; entsprechend haben diese ETFs oft die Abkürzung „dis“ im Titel; bei thesaurierenden ETF heisst es entsprechend accumulating bzw. „acc“ im Titel.

Die für uns Europäer einfachste Währung ist der Euro. Wenn ETFs in Dollar notieren, dann ist das Risiko des Wechselkurses zu berücksichtigen. Das ist genauso wie wenn man in die USA in den Urlaub fährt und dafür auf der Bank EUR in USD tauscht. Je nach aktuellem Kurs bekommt man mehr oder weniger für sein Geld. Und wenn man den in USD gehandelten ETF anschließend wieder in EUR verkaufen will, kommt eben hier der Wechselkurs ins Spiel. Eine Alternative ist es, in ETFs zu investieren, die ursprünglich in USD notieren, aber die gegen den Euro abgesichert sind („hedged“), so dass quasi der Wechselkurs zwischen EUR und USD immer herausgerechnet wird und dieses Währungsrisiko somit entfällt.

Allgemein wird gesagt, dass ETFs, die bereits älter als 3 Jahre sind, jüngeren ETFs vorgezogen werden sollten. Bei diesen ETFs kann man schon sehen, wie gut sie sich in der Vergangenheit entwickelt haben. Außerdem ist hier die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie bald wieder eingestellt werden und man sich einen anderen ETF aussuchen muss, weil es den aktuellen nicht mehr gibt. Allerdings sind im Jahr 2020 viele neue ETFs bezüglich erneuerbarer Energien wie Pilze aus dem Boden geschossen. Das ist per se nicht verkehrt, denn oft gab es diese Kombination an Firmen bis dahin überhaupt nicht im Angebot, so dass es speziell bei Themen-ETFs auch sinnvoll sein kann, in junge ETFs zu investieren, die genau die Themen der aktuellen Zeit aufgreifen und eine entsprechende Firmen-Zusammenstellung vornehmen. Im schlimmsten Fall, also wenn der ETF eingestellt wird, erhält man sein Geld eben wieder zurück und muss sich einen neuen ETF aussuchen. Hier noch ein Link dazu:

„Was passiert, wenn ein ETF geschlossen wird?“ von extraETF

Es wird empfohlen, größere ETFs mit einem Fondsvolumen von größer als 100 Mio Euro gegenüber kleinen ETFs zu bevorzugen. Hintergrund ist auch hier, dass sich kleine ETFs vielleicht auf Dauer nicht rentieren und dann im schlimmsten Fall wieder eingestellt werden und man sich einen neuen ETF suchen muss. Wenn man sich also nur einmal im Leben mit der Geldanlage beschäftigen will, sollte man in einen schon etwas etablierteren ETF mit einem großen Fondsvolumen investieren.

„Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities“: das ist ein Qualitätsstandard; also bedeuten diese Buchstaben im Titel eines ETF, dass dieser einen hohen Qualitätsstandard aufweist.

Eine Kappungsgrenze von 5% bedeutet, dass keine Firma mehr als 5% Gewichtung des gesamten ETF ausmachen soll. Das finde ich gut. Wenn eine Firma zu einem Zeitpunkt besonders schnell wächst, kann es zwar vorkommen, dass der Anteil dieser Firma im ETF mehr als 5% ausmacht; das wird dann beim Rebalancing wieder entsprechend angepasst. Daher ist es auch relevant, ob das Rebalancing jährlich oder quartalsweise durchgeführt wird. Wenn in einem ETF beispielsweise Tesla mit >10% enthalten ist und aktuell viele Analysten warnen, dass Tesla total überbewertet ist und der Kurs evtl. um die Hälfte einstürzen könnte, dann ist die hohe Gewichtung von Tesla in so einem ETF ein Risiko. Denn wenn man z.B. 1.000 Euro in so einen ETF investiert, dann sprechen wir hier immerhin von 100 Euro, die vielleicht auf 50 Euro einstürzen könnten.

ESG steht für Environment, Social, Governance und bedeutet, dass diese Firmen etwas für die Umwelt tun, sozial eingestellt sind und eine gute Unternehmensführung vorweisen können.

SRI steht für Socially Responsible Index und bezeichnet die ETFs mit „strengsten“ Auswahlkriterien; bei denen in der Regel nur noch ca. 25% der Firmen aus dem ursprünglichen Index (wie beispielsweise dem MSCI World) vorhanden sind.

MSCI ist die Abkürzung von Morgan Stanley Capital International; das ist ein amerikanischer Finanzdienstleister. MSCI hat sich quasi mehrere Aktienindizes „ausgedacht“; der bekannteste ist der MSCI World, der die größten Firmen der 23 Schwellenländer beinhaltet. Hier der Link zum MSCI bei Wikipedia.
Ein anderer bekannter Index wurde beispielsweise von dem Finanzdienstleister FTSE entwickelt; hier der Link zu FTSE bei Wikipedia.

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Grundlagen zum Thema ETFs

Ein ETF ist eigentlich so ähnlich wie eine Backmischung für einen Marmorkuchen.
Für einen Marmorkuchen benötigt man zunächst einmal das Rezept. In diesem Rezept steht genau beschrieben, welche Zutaten (Aktien) man in welcher Menge für den Marmorkuchen zusammenmischen muss. Bei den ETF ist der „Index“ das Rezept. So, wie sich manche Firmen Rezepte ausdenken, denken sich andere Firmen (z.B. die Firma MSCI, FTSE oder auch die Deutsche Börse den DAX) Indizes aus. Aber ein Rezept alleine macht noch keinen Kuchen.
Nun kommen andere Firmen ins Spiel, welche anhand des Rezepts Backmischungen zusammenstellen. Wie beim Marmorkuchen gibt es auch für ein Index-Rezept teilweise mehrere Backmischungen von verschiedenen Firmen, welche sich teilweise miminal in ihrer Zusammensetzung unterscheiden können. Diese Index-Backmischung werden beispielsweise von iShares, Lyxor oder L&S zusammengestellt und zum Kauf angeboten. Statt Mehl, Milch und Zucker sind dort dann eben Microsoft, Apple und Facebook enthalten.
Natürlich kann man sich die einzelnen Zutaten (Aktien) auch selbst kaufen. Im MSCI-World sind jedoch ca. 1.600 verschiedene Firmen (Zutaten) enthalten; sich diese alle einzeln zu kaufen ist viel aufwändiger als einfach nur die fertig zusammengestellte Backmischung zu kaufen. Das ist der große Vorteil von ETFs.

Bei aktiv gemanagten Fonds ist das ungefähr so, wie wenn ich zu einem Bäcker (Fondsmanager) gehe und sage, er soll mir einen Kuchen backen, der so ähnlich sein soll wie ein Marmorkuchen aber nur viel besser. Der Bäcker kann dann selbst aussuchen, welche Zutaten er in welcher Menge in den Teig mischen will. Ob er allerdings einen besseren Kuchen als Omas altbewährten Marmorkuchen entwickeln kann, bleibt abzuwarten und ist von Bäcker zu Bäcker mehr oder weniger wahrscheinlich.

Nun habe ich anhand des MSCI World also beispielsweise das Rezept für einen Marmorkuchen. Statt Eier, Milch und Zucker kommen aber nun die ca. 1.655 großen und mittleren börsennotierten Firmen aus den 23 Industrieländern in diesen „MSCI World“-Index. Aber aus dem Rezept alleine entsteht bekanntlich noch kein Kuchen. Ich muss also in ein Geschäft gehen, die einzelnen Zutaten kaufen und anschließend zu einem Teig zusammenrühren. Bei besonders beliebten Rezepten gibt es oft bereits eine fertige Backmischung, so dass ich am Ende nicht noch Mehl oder Zucker übrig habe. In dieser Backmischung sind dann also schon Eier, Milch, Zucker usw. in der genau richtigen Menge enthalten. Diese Backmischung gibt es jedoch meistens auch von verschiedenen Firmen. Und genauso ist das auch bei ETFs (Exchange Traded Fonds)!
Ein ETF ist also eigentlich nichts anderes als die Backmischung eines Herstellers von einem bestimmten Rezept. Wie auch beim Marmorkuchen kann die genaue Zusammensetzung dabei minimal variieren, aber am Ende kommt immer ein Marmorkuchen heraus. Die Anbieter von ETFs kaufen also die Zutaten (die Aktien der jeweiligen Firmen) und stellen daraus eine fertige Backmischung, den ETF her. Dadurch muss man nicht extra die Aktien von Microsoft, Apple oder Facebook in der richtigen Menge kaufen, sondern nur den ETF. Die Anbieter der ETFs sind beispielsweise BlackRock (-> iShares) oder die Societé Générale (-> Lyxor).

Bei dem MSCI handelt es sich um einen Anbieter, der verschiedene Indices entwickelt. Das ist in etwa so wie ein Kochbuch, in dem verschiedene Rezepte stehen.
Der MSCI teilt die Welt in drei Regionen ein: die Industrieländer („World“), die Schwellenländer („Emerging Markets“) und die Entwicklungsländer („Frontier Markets“). Das ist ungefähr so, als wenn man alle Rezepte nach Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise einteilt. Natürlich kann sich jeder Indexanbieter hier seine eigene Einteilung ausdenken; genauso, wie ich mir in meinem Kochbuch auch überlegen kann, wie ich die Rezepte sinnvoll kategorisieren kann. Um es nochmal zu betonen: in dem MSCI World Index ist also nicht, wie man vielleicht meinen sollte, die ganze Welt vertreten, sondern nur die 23 vom MSCI ausgewählten Industrieländer!
Als nächstes werden alle börsennotierten Firmen in drei Größen aufgeteilt: die großen Firmen (large caps), die mittelgroßen (mid caps) und die kleinen Firmen (small caps). Basierend auf dieser Einteilung ergeben sich verschiedene Indizes:
– Der MSCI World, der alle börsennotierten großen und mittelgroßen Firmen aus den 23 Industrieländern abdeckt, ist hierbei der wichtiste Index.
– Der zweitwichtigste Index, der MSCI Emerging Markets deckt alle börsennotierten großen und mittelgroßen Firmen aus den Schwellenländern ab.
– Die „Frontiers Markets“ spielen wirtschaftlich keine große Rolle und werden daher in dieser Aufstellung nicht weiter berücksichtigt. (Bei Interesse ist hier jedoch ein Link zu einem ETF auf den MSCI Emerging and Frontier (EFM) Africa Top 50 Capped Index.)
– Auch die kleinen Firmen werden nur am Rande berücksichtigt, da der Wert aller kleinen Firmen zusammen nur ca. 15% des Wertes aller börsennotierten Firmen ausmacht.

Hier ist übrigens ein gutes YouTube Video vom 28.11.2020 von der Börse Stuttgart über den MSCI World: „Bevor Du einen ETF auf den MSCI World kaufst, solltest Du das wissen!

Das Wort „cap“ steht für das englische Wort „capitalization“ und bedeutet „Marktkapitalisierung“. Bei den large caps handelt es sich also einfach um große Firmen, bei den mid caps und mittelgroße Firmen und bei den small caps und kleine Firmen. Bei den ganz kleinen Firmen spricht man dann von micro caps.

Die Gewichtung der einzelnen Werte innerhalb eines ETFs ist von ETF zu ETF verschieden: bei den meisten ETFs (wie beispielsweise dem MSCI World) wird eine Gewichtung nach Marktkapitalisierung vorgenommen; d.h. dass die Firmen, die am meisten wert sind, auch am stärksten in diesem ETF vertreten sind.

Gerade bei den nachhaltigen oder den Themen-ETFs gibt es jedoch auch ETFs, die beispielsweise auch die CO2-Emissionen oder ESG-Kriterien bei der Gewichtung mit berücksichtigen oder alle Werte gleich gewichten. Dadurch haben z.B. kleinere Firmen eine Chance, den Index stärker zu beeinflussen.

Schaut man sich die Gewichtung der Firmen im MSCI World ETF von iShares (WKN: A0RPWH) vom 28.01.2021 an, so fällt auf, dass die Firmen nicht gleichverteilt in dem ETF vorliegen. Vielmehr machen die ersten zehn Firmen bereits einen Anteil von ca. 17% aus. Der „Rattenschwanz“ am Ende spielt eigentlich keine große Rolle mehr. Viele ETF-Anbieter veröffentlichen daher die größten 10 Positionen in dem ETF, damit man einen Eindruck bekommt, welche „Schwergewichte“ im ETF enthalten sind.

Gewichtung der Werte im MSCI-World Index von iShares (WKN: A0RPWH) am 28.01.2021. Quelle: Selbst erstellt anhand der Excel-Daten von iShares.
Gewichtung der Werte im MSCI-World Index von iShares (WKN: A0RPWH) am 28.01.2021.
Quelle: Selbst erstellt anhand der Excel-Daten von iShares.

Täglich bzw. sogar stündlich bzw. eigentlich sogar jede Minute ändern sich die Aktienkurse der jeweiligen Firmen. Angenommen, ich würde heute insgesamt 5 Firmenanteile im Wert von jeweils 100 Euro kaufen. Dann hätte mein „kleiner ETF“ einen Wert von 500 Euro und alle fünf Firmen wären gleich gewichtet. Wenn aber am nächsten Tag nur eine der fünf Firmen plötzlich 110 Euro wert ist, aber alle restlichen vier Firmen bei 100 Euro bleiben würden, dann wäre mein kleiner ETF 510 Euro wert, aber die Firmen wären schon nicht mehr gleich gewichtet. Daher müssen gleichgewichtete ETFs ab und zu (z.B. alle 6 Monate) in ihr Depot schauen und die Differenzen zwischen den einzelnen Firmen entsprechend wieder ausgleichen, bevor das „Spiel“ von Neuem losgeht. Darum ist auch die Angabe der „Top 10 Holdings“ eines ETFs nur für das aktuelle Datum gültig und kann sich im Laufe der Zeit entsprechend ändern.

Das kommt ganz darauf an, was man will. Je mehr unterschiedliche Firmen in einem ETF enthalten sind, umso weniger schwankungsanfällig ist dieser ETF. Darum sind in den MSCI World ETFs normalerweise über 1000 Firmen enthalten.
Je stärker man nun aussiebt; d.h. umso weniger Firmen in einem ETF enthalten sind, desto mehr Chancen und Risiken hat man prinzipiell, im Positiven wie im Negativen. Bei speziellen Themen-ETFs sind in der Regel um die 50 Firmen enthalten; hier wettet man quasi auf ein bestimmtes Thema und wählt alle Firmen aus, die mit diesem Thema zu tun haben.

Grundsätzlich und als „Einsteiger“ sollte man sich zunächst Basis-ETF heraussuchen, mit denen man sehr breit gestreut die Wertent­wicklung der Aktien über die gesamte Welt abdeckt. In solch einem breit angelegten ETF sind in der Regel mindestens 100 verschiedene Firmen enthalten. Dadurch sind diese weniger schwankungsanfällig. Geht eine Firma in Konkurs, ist die Auswirkung auf den jeweiligen ETF eher gering. Mit den Basis ETF sollte man möglichst die Industrie- und Schwellenländer abdecken. Wer das grundlegende Prinzip verstanden hat, kann anstelle eines Basis-ETF ein von diesem ETF (bzw. Index) abgeleiteten nachhaltigen ETF investieren.

Wer das grundlegende Prinzip verstanden hat, kann anstelle eines Basis-ETF in ein von diesem ETF (bzw. Index) abgeleiteten nachhaltigen ETF investieren. Manchmal ist es jedoch gar nicht so einfach zu verstehen, was sich hinter diesen nachhaltigen ETF eigentlich verbirgt.

Zur Generierung der Nachhaltigkeits-ETF werden auf auf Basis dieser Mutter- ETF verschiedene Filter angewendet; z.B. werden alle Firmen, die Waffengeschäfte machen, aus diesem ETF ausgeschlossen. Dementsprechend sind in diesem ETF dann weniger Firmen enthalten. Weitere Ausschlusskriterien sind Alkohol, Glücksspiel, Tabak, usw. Je mehr Branchen ausgeschlossen werden, desto weniger Werte sind am Ende im ETF enthalten. Dadurch ist der ETF dann nicht mehr so diversiviziert wie der „Mutter“-ETF und kann evtl. schwankungsanfälliger sein. Allerdings entsprechen diese ETF dann auch besser dem „grünen Gewissen“ der Anleger.

Als weitere Stufe der Eingrenzung bieten sich die Themen-ETFs an. Im Gegensatz zu den breit gestreuten Basis-ETFs sind hier in der Regel deutlich weniger Firmen (ca. 30 bis 50) enthalten. Bei Themen-ETFs möchte man von einem bestimmten Trend profitieren bzw. sein Geld in einem bestimmten Sektor investieren (z.B. Nachhaltigkeit, Digitalisierung oder Blockchain-Technologie). Es bestehen Auswahlmöglichkeiten, beispielsweise in einen ETF zu investieren, der nur Firmen beinhaltet, die im Bereich der erneuerbaren Energien tätig sind. Sollte sich dieser Trend jedoch als nicht erfolgreich herausstellen, so kann das zu einem Verlust führen. So sind beispielsweise vor ein paar Jahren viele Solarfirmen in Konkurs gegangen.
Bei den Themen-ETF sollte also ab und zu geprüft werden, ob der angenommene Trend noch Bestand hat und man entsprechend sein Geld in diesem ETF belassen will.

Wenn man mit nur einem einzigen ETF die ganze Welt abdecken will, dann empfiehlt sich ein ETF auf den MSCI All Country World, Investable Market Index: MSCI World ACWI IMI. Dieser beinhaltet alle großen, mittelgroßen und kleinen Firmen der Industrie- und Entwicklungsländer. Da die kleinen Firmen jedoch als nicht so relevant gesehen werden, gibt es für diesen Index jedoch aktuell (Stand 16.01.2021) nur einen ETF von dem Anbieter SPDR ETF: WKN: A1JJTD.

Etwas beliebter ist der MSCI ACWI, der nur die großen und mittelgroßen Firmen der Industrie- und Entwicklungsländer enthält; auf den MSCI ACWI gibt es schon insgesamt 4 ETF:

ETF auf den MSCI ACWI. Quelle: https://www.justetf.com/de

ETF auf den MSCI ACWI.
Quelle: https://www.justetf.com/de

WKN: A1JJTC (SPDR)
WKN: A1JMDF (iShares)
WKN: A1W8SB (Xtrackers)
WKN: LYX00C (Lyxor)

Wenn man nun nicht ca. 60% seines Geldes in US-Firmen investieren möchte, dann könnte man sich überlegen, einen ETF auf den MSCI World und einen ETF auf den MSCI Emerging Markets zu kaufen. Dadurch kann man selbst entscheiden, wie viel Geld man in Aktien aus den Industrieländern und wie viel Geld man in Aktien aus den Schwellenländern investieren will. Vielleicht sind die Aktien der Schwellenländer ja auch gerade günstig bewertet, so dass man aktuell hiervon etwas mehr kaufen und in ein paar Jahren einen Teil davon wieder verkaufen will. Wenn man beispielsweise 10.000 Euro anlegen will, dann könnte man 50:50 auf den MSCI World und den MSCI Emerging Markets verteilen: also in jeden ETF 5.000 Euro investieren. Oder 6.000 Euro in den MSCI World und 4.000 Euro in den MSCI Emerging Markets oder jede andere Kombination, die man als sinnvoll erachtet.
Dass diese Stragegie mit den zwei ETFs beliebter ist, als nur in einen ETF über die gesamte Welt zu investieren, ist alleine schon daran zu erkennen, dass es für diese Indices mehr ETF im Angebot gibt: für den MSCI World gibt es aktuell 17 ETF und für den MSCI Emerging Markets gibt es immerhin 13 ETF (Stand 16.01.2021).

Wem die Geldanlage in die beiden oben vorgestellten Indices immer noch zu US-lastig ist bzw. wer beispielsweise Europa oder Asien etwas stärker gewichten will, für den empfiehlt sich die Aufteilung auf vier ETF: USA, Europa, Asien/Pacific und den bekannten Emerging Markets ETF. Wer separat in diese vier Regionen investiert, der ist in Sachen Geldanlage schon richtig gut davor!
Je nach Weltwirtschaftslage kann man dann relativ einfach den ETF der einen Region etwas aufstocken und so ein wenig aktives Trading in sein Depot bringen. Aber man kann diese vier ETF natürlich ganz entspannt über viele Jahre einfach liegen lassen.
Ein Argument für die Aufteilung in diese vier Regionen ist das Bruttoinlandsprodukt. Im Gegensatz zu der fast 70%igen Gewichtung bei der Marktkapitalisierung amerikanischer Aktien liegt das BIP der USA nur bei ca. 28% des BIP der ganzen Welt. Daher wird von just.etf eine Gewichtung anhand des BIP empfohlen.

Weitere Infos rund um ETFs

Hier ein paar Vorschläge, wie Experten 10.000 Euro anlegen würden:

Wer lieber Videos schaut, für den habe ich hier ein YouTube Video von Finanzfluss vom 17.02.2019, auf dem Thomas Kehl die ETFs auf den MSCI World und die ETFs auf den MSCI Emerging Markets vergleicht: „MSCI World ETF im großen Vergleich – wie finde ich den richtigen ETF?

Wichtige Kriterien für den ETF-Kauf (z.B. TER, Fondsgröße, usw.)

Hintergründe zu den ETF-Namen

Wie liest man ein Factsheet (=Kurzbeschreibung eines ETF)?

Wenn bei diesen Erklärungen noch etwas unklar ist oder weitere Fragen bestehen, dann schickt mir doch gerne eine Mail an admin[at]umwelt-investments.de!